Island Rundreise 2016

Island ist mit rund 103.000 km²– nach dem Vereinigtem Königreich – der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas und ist die größte Vuklaninsel der Erde. Die Küstenlänge beläuft sich auf rund 4.970 km. Etwa 11,1 Prozent Gletsccher bedecken die Landesoberfläche. Der Gletscher mit Europas größtem Eisvolumen ist der Vatnajölull. Ca. 336.060 Einwohner leben in dem am dünnsten besiedelten Land Europas, davon rund 60 Prozent in der Hauptstadtregion von Reykjavik.

Die Landschaft ist durch Vulkanismus und Wasserreichtum geprägt. So gibt es zahlreiche Flüsse und Wasserfälle, darunter ist mit demDettifoss der energiereichste Europas, gemessen am Wasservolumen pro Sekunde × Fallhöhe. Das Isländische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-Wüste und ist nahezu unbewohnt.

1904 gewährte Dänemark den Isländern die Autonomie. Am 1. Dezember 1918 erlangte Island die Souveränität. Der dänische König Christian X blieb aber bis zur Gründung der Republik, am 17. Juni 1944, das isländische Staatsoberhaupt. Daher haben Mitglieder des dänischen Königshauses, die vor dem 17. Juni 1944 geboren sind, auch einen isländischen Vornamen, wie die jetzige Königin Magreth II, die den Vornamen Þórhildur trägt.

Wir sind wie die meisten Reisenden am Flughafen von Reykjavík / Keflavík ankommen, dieser liegt rund 65 km von der Hauptstadt entfernt. Der Bustransfer vom Flughafen nach Reykjavík ist gut organisiert, auch wenn wir für die letzte Strecke zu unserem Hotel noch einmal in einen kleineren Bus umsteigen mussten, da der großen Bus nicht allen Straßen der Stadt befahren kann.

Am nächsten Tag haben wir uns zuerst Reykjavik angesehen, bevor wir unser Mietauto abgeholt haben. Und wie die meisten Touristen sind wir dann einmal um die Insel, auf der Ringstraße gefahren. Diese Strecke ist für Individualisten wie uns interessant, die keine organisierte Reise möchten und selbstständig die Isländischen Sehenswürdigkeiten erkunden wollen. Jeden Tag eine andere Unterkunft, und jeden Tag selber gestalten, nur Abends sollte man an der nächsten Unterkunft sein.

Die Ringstraße ( Isl. Hringvegur oder R1) ist etwa 1400 km lang. Die Ringstaße ist fast durchgängig asphaltiert, nur im Osten gibt es noch eine größere sowie einige kleine Lücken. Jedoch sind gerade Nebenstraßen und Straßen im Landesinneren bis heute reine Schotterpisten.

Unsere erst Etappe führte uns auf die Halbinsel Snæfellsnes, nördlich von Reykjavík. Diese haben wir komplett umrundet und auch noch eine Höhlenwanderung mitgemacht. Das was mehr als unheimlich! Mit nur einer Taschenlampe in der Hand in die völlige Dunkelheit abtauchen und wenn man das Licht auch noch ausmacht, sich nur auf sein Gehör verlässt, wird es ganz spannend. UAH, lass Dich auf die Dunkelheit ein und genieße!

Weiter ging es dann zur Halbinsel Vatnsness, diese haben wir ebenfalls komplett umrundet und dadurch gleichzeitig mit den Schotterpisten des Landes Bekanntschaft gemacht. Die Stecke ist nicht sehr lange, aber trotzdem ist man mit Zwischenstopps gut 5 Stunden unterwegs. Landschaftlich ist die Halbinsel nicht viel anders wie Snæfellsnes, aber hier haben wir zumindest Robben gesehen und einen besseren Eindruck der Insel erhalten.

Am nächsten Tag stand das erste große Highlight auf dem Plan: Walbeobachtungen. An mehreren Orten in Island gibt es Ausflugsschiffe, die "Whale Watching" anbieten. Wir haben eine Tour in Húsavík gebucht. Hier wird mit hohen Prozentzahlen von Walsichtungen geworben. Und tatsächlich, wir haben Wale, Delphine und sogar der Papageientaucher zu sehen bekommen. An Bord dieser Schiffe kann es sehr windig, kalt und auch nass sein, deshalb wird an Bord der Schiffe Schutzkleidung verteilt. Am Anfang dachten wir noch, diese nicht zu benötigen, aber je weiter wir nach draußen gefahren sind, desto mehr waren wir darum froh. Gut im April ist es in Island auch ansonsten noch recht kühl, aber auf der See ist die Kälte noch mehr zu spüren.

Auf dem Weg nach Húsavík haben wir noch einen Stop am Goðafoss (Götterwasserfall) eingelegt. Der Wasserfall ist ca. 30 m breit und 12 m tief. Beeindruckend ist die donnernde Kaskade durch die Wassermassen und die dadurch entstehende Gischt.

Weiter ging es dann auf der Ringstraße nach Myvatn (Mückensee), mit 37 km² der viertgrößte See der Insel und von vulkanischem Ursprung. Der See ist nicht sehr tief, nur 3 bis 5 m. Östlich davon ist der Vulkankrater Hverfjall zu sehen, welchen wir auch erklimmt haben. Er ist ca. 160 m hoch und hat einen Durchmesser von ca. 1000 m. Oben angekommen haben wir gleich wieder den Rückweg angetreten, da es an diesem Tag sehr kalt und windig war. Windböen haben uns die Mützen vom Kopf gerissen.

Östlich des Sees liegt ein Solfatarenfeld. Zahlreiche Schlammtümpel köcheln hier vor sich hin, andere kochen ungestüm über und verspritzen ihre schlammige Brühe in die Umgebung. Schwefel und andere Mineralien verwandeln die Landschaft in eine gelb, rot und weiß gefärbte Hexenküche, in der es brodelt, gurgelt, dampft und zischt. Wir befinden uns in einem Hochtemperaturgebiet und deshalb gibt es hier auch ein Geothermalkraftwerk. Aus dem Untergrund dringt vulkanisch erhitzter und mit gelösten Mineralien gesättigter Dampf nach oben. Der mitgeführte Schwefelwasserstoff verbreitet einen Geruch nach faulen Eiern. Die Schlammtümpel unterliegen einen Gleichgewicht von Energie- und Wasserzufuhr aus der Tiefe und Energieabgabe an der Oberfläche. Wird zu viel Energie zugeführt, muss der Schlammtümpel durch heftiges Überkochen wieder einen Gleichgewichtszustand herstellen.

Island nutz das warme Grundwasser heute vielfach als Naturbäder (heiße Quellen). Neben der berühmten Blaue Lagune gibt es auch seit einigen Jahren in Reykjahlíð am Mývatn ein ähnliches Bad. Hier haben wir eine paar Stunden Zeit verbracht, da das Wetter etwas zu wünschen übrig ließ. Großartig schwimmen kann man dort nicht, aber prima Entspannen.

Nicht weit von Mývatn liegt der Dettifoss. Natürlich wollten wir uns diesen auch ansehen. Über eine Breite von etwa 100 Metern ergießen sich hier die grau-braunen Wassermassen über 45 Meter in die Tiefe und strömen dann circa zwei Kilometer weiter dem 27 Meter hohen Hafragilsfoss zu. Die Fahrt zum Wasserfall ist auf jeden Fall auch schon eine Sensation, die Straße war komplett mit Schnee bedeckt und wird zum Schluss immer enger, Parkplätze gibt es natürlich nur begrenzt und waren komplett zugeschneit. Keine Change – umkehren war angesagt. Na ja, auf uns wartet ja noch der Gullfoss.

Von Mývatn fahren wir weiter auf der Ringstrasse nach Egilsstadir. Aber bevor wir dorthin kommen, machen wir noch einen Abstecher nach Bakkagerði. Hier kann man Papageitaucher (Puffin) sehen, eine Vogelart die zur Familie der Alkenvögel gehört. Bakkagerði ist ein kleines Fischerdorf am Ende einer kurvenreichen Straße. Unterwegs hat man immer wieder ganz tolle Ausblicke auf das Land und das Meer. Sehr empfehlenswert und vor allem wenn man dann wirklich die Papageitaucher aus nächster Nähe sehen kann.

Von hier aus ging es dann weiter zur Südküste: Man fährt einfach die Ringstraße entlang bis Höfn (übrigens dann auch die letzte Möglichkeit für die nächsten 100 km Einkaufen und Tanken zu gehen). Die Südküste ist sehr karg, weite Teile der Landschaft sind dunkles Lavagestein oder Vulkansandwüsten. Auf dem Weg warten der 60 Meter hohe Wasserfall Skogafoss und der etwas kleinere Wasserfall Seljalandsfoss, der mit einem notdürftig angelegten Pfad hin erwandert werden kann. Am Ende wartet der Vatnajökull, nach der Antarktis und Grönland der drittgrößte Gletscher der Erde. An seinem Fuß liegt der Gletschersee Jökulsárlón. Den besten Überblick hat man übrigens nicht vom kleinen Hügel aus direkt neben der Lagune, sondern von der Anhebung, die entlang der Ringstraße verläuft. Vorbei am Eyjafjallojökull, uns allen noch gut in Erinnerung wg. seinem Ausbruch im Jahr 2010 - Mitte April musste auf Grund der ausgetretenen Vulkanasche der Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas eingestellt werden, was eine bis dahin beispiellose Beeinträchtigung des Luftverkehrs in Europa infolge eines Naturereignisses darstellte. Die Isländer sind aber sehr erfinderisch und auch geschäftstüchtig, deshalb hat man 2 Jahre nach dem Ausbruch bereits ein Vulkanzentrum eröffnet, um Vulkangestein und andere Artikel zum Vulkanausbruch, zu verkaufen.

Die Vestmannaeyjar (dt. Westmännerinseln) sind eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs 10 bis 30 Kilometer südlich der isländischen Küste (besteht aus mehreren Inseln und Schären) Heimaey stellt mit einer Fläche von 14,5 km² die mit Abstand größte und als einzige ständig bewohnte Insel dar. Auf ihr befindet sich die gleichnamige Stadt. Auf die Insel kommt man mit der Fähre, was eigentlich auch kein Problem darstellt, wenn die See ruhig ist. Aber das Glück hatten wir natürlich nicht beim Übersetzen, das Wetter war schlecht und die See rau. Blöd wenn man dann nicht einem 20 min Überfahrt ohne Eimer übersteht! Bekannt sind die Westmännerinseln in Island auch für die vielen Papageitaucher, da das Wetter aber sehr zu wünschen übrig ließ, haben sich auch die Vögel gut versteckt und unsere Wanderung durch Wind und Wetter hat sie auch nicht hervorgelockt. Da sie als Delikatesse gelten, werden die hübschen Vögel auf den Westmännerinseln in den Sommermonaten gejagt.

Und das beste kommt natürlich immer zum Schluss, so auch auf unserer Rundreise: DerGoldene Chricle - Die Kombination aus dem Wasserfall Gullfoss, dem historischen Pingvellir-Nationalpark und dem Geysir. Der Große Geysir (weltweit der zweitgrößte seiner Art und Namensgeber für alle heißen Springquellen) brach lange Zeit nicht mehr aus, bis ihn im Jahr 2000 ein Erdbeben wieder reaktivierte. Allerdings vergehen zwischen seinen Eruptionen oft viele Monate. Der nur wenige Meter daneben liegende Strokkur bricht alle paar Minuten aus und erreicht eine Höhe von etwa 25 Metern. Der Gulfoss besteht aus zwei Stufen, von denen die erste 11 m und die zweite 21 m Höhe besitzt. Diese beiden Kaskaden stehen etwa rechtwinklig zueinander. Der Ort Þingvellir hat besondere Bedeutung für die Geschichte Islands. Hier wurde die traditionelle Versammlung Althing abgehalten, die sowohl gesetzgeberische als auch gerichtiliche Funktion hatte. Es handelt sich um eines der ältesten Parlamente der Welt. Das Althing bestand bis 1798, als die Dänen es auflösten. Zum 1000-jährigen Jubiläum des Althing wurde Þingvellir im Jahr 1930 zum Nationalpark erklärt und im Jahr 2004 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Zum Guten Schluss haben wir uns noch die berühmte Blaue Lagune angesehen, da diese nicht all zu weit vom Flughafen Keflavík entfernt ist und wir noch ein paar Stunden Zeit hatten, bis uns der Flieger wieder nach Hause zurück brachte. Außerdem hatten wir auch noch genug Zeit die Halbinsel Kleifrvatn zu umrunden (bis in den hintersten Zipfel nach Garður) uns die eine oder andere Sehenswürdigkeit anzusehen.

Alles in allem es war ein sehr schöner Urlaub, sehr abwechslungsreich, mit vielen netten Begegnungen (egal ob Mensch oder Tier).

Kategorie: Reisebericht.